Karin, was sind Tipps für eine Redner-Karriere?

Karin Burger gibt Tipps für professionelle Redner
@Probst Photographie/www.probst.photo

Karin Burger leitet seit 20 Jahren ihre Agentur für Keynotespeaker & Online-Events. Angefangen hat sie mit einer Deutschlandkarte aus Papier mit Styroporhintergrund, um dort mögliche Vortragsorte anzupinnen. In einem ausgedruckten Outlook-Kalender wurden die Aufträge eingetragen. Heute ist ihr Unternehmen nahezu komplett digitalisiert – die Veränderungen während der Corona-Pandemie führten auch zu einem nachhaltigen Switch in der Speaker-Branche selbst. Das Geschäft hat sich verändert: Was erfolgreiche Rednerinnen und Redner heute an Skills und Haltung mitbringen müssen, erzählt uns die Expertin.

1. Flexibles Mindset: Ich performe in jedem Format.

Gute Rednerinnen und Redner müssen alle Formate aus dem Effeff abrufen können. Wenn der Kunde am Montag sagt, ‚ich brauche Sie in drei Monaten auf der Bühne‘, dann aber sagt, ‚wir schalten Sie live dazu‘, dann muss die Person das gut können und nicht vom Küchentisch aus filmen..

Karin Burger

Während es vor der Corona-Pandemie keine Selbstverständlichkeit war, Online-Events durchzuführen, gehört dies heute dazu. Für Konferenzen und Kongresse werden Tickets für das Live-Event verkauft, oftmals ist der Livestream inkludiert oder es gibt sogar besondere Formate für Streaming-Gäste. Um schnell und souverän reagieren zu können, bieten erfolgreiche Keynotespeaker ihre Leistungen formatübergreifend an. Je nach Art des Events passen sie ihre Programme an und bedienen sich dazu aus ihrer Skills-Werkzeugkiste. Um in jedem Format beste Leistungen zu erbringen, braucht es Einfühlungsvermögen und Übung. „Denn“, so Karin Burger, „ein Auftritt ohne die direkte Reaktion des Publikums ist etwas ganz anderes und eben komplett ohne Blickkontakt. Ich selbst habe mir anfangs auch Wackel-Augen an die Kamera geklebt, um zu trainieren genau dorthin zu schauen und nicht auf den Bildschirm.“

2. Entertainment: Ich mache meinen Vortrag zu einem Erlebnis.

„Es gibt es fast nicht mehr, dass jemand eine Stunde redet, es Applaus gibt und die gefeierte Person dann von der Bühne geht. Das Publikum ist es heute gewohnt, dass es auch in Präsenzveranstaltungen absolut abgeholt und eingebunden wird.

Karin Burger

Mit den Seh- und Konsumgewohnheiten des Publikums hat sich auch die Gestaltung von Keynotes verändert. Heute braucht es mehr, um das Publikum zu fesseln.

Top 3 Engagement: So erreichst du dein Publikum

Storytelling: So gut wie jedes Thema lässt sich in eine Geschichte packen. Nimm dir Zeit und investiere sie darein, dir Storytelling-Techniken anzueignen, um deine Vorträge lebendig und mitreißend zu gestalten.

Zielgruppe kennen: Stimme deine Vorträge immer bestmöglich auf dein Publikum ab. Hole dazu am besten über deine Agentur oder eigenständig Informationen bei den Gastgeberinnen und Gastgebern ein.

Mentimeter: Ob in Präsenz oder digital – mit Interaktionstools wie Mentimeter oder Slido  machst du schnelle Abstimmungen möglich, die auf einer größeren Leinwand auch visuell ein gutes Bild abgeben – und die Schwarmintelligenz im Publikum nutzen!

3. Expertise: Ein guter Vortrag ist der Output meiner eigentlichen Arbeit.

„Erfolgreiche Redner, die davon leben können, sind up-to-date: Sie lesen Zeitungen und Bücher, schreiben häufig selbst Fachbücher und halten keinen Vortrag zwei Mal. Sie haben ihre Kernthemen, die sie unablässig dem aktuellen Tagesgeschehen, neuesten Erkenntnissen und nicht zuletzt der Zielgruppe anpassen. Sie schöpfen aus ihren eignen Erfahrungen. Und sie sind grandiose Erzählerinnen und Erzähler.

Karin Burger

Was erfolgreiche Keynotespeaker von anderen unterscheidet, ist laut Karin Burger ihre Arbeitshaltung. Sie zitiert dazu den bekannten Redner Hans-Uwe Köhler, der in einem Interview sagte: „Für meinen ersten Vortrag investierte ich für jede Vortragsminute einen ganzen Arbeitstag“. (R.I.P. Hans Uwe!)

Auch wer sein Kernthema gefunden hat, muss viel Arbeit in die Vorträge stecken. Denn der Rahmen, das Publikum und die Botschaft eines Vortrags sind niemals dieselben. Es gibt immer individuelle Voraussetzungen und Ziele, so dass Profis ihr Thema immer aus einer neuen Perspektive für das jeweilige Publikum maßschneidern – und IMMER an aktuelle Entwicklungen anpassen.

4. Purpose: Ich biete den Menschen Aha-Momente.

Ein guter Vortrag schaltet das Licht im Kopf an. Und das geht dann auch nicht wieder aus.

Karin Burger

Nichts gegen kluge Unterhaltung. Aber: In der aktuellen Lage haben Unternehmen keine Zeit und kein Budget für flache Feelgood-Vorträge. In welcher Form auch immer: Der Vortrag muss einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen, dem Publikum neue Perspektiven eröffnen und für den beruflichen und privaten Alltag einen wirkungsvollen Mehrwert bieten.

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In einem Interview erzählt die Speaker-Expertin, wie die Corona-Pandemie auch die Speaker-Branche nachhaltig verändert hat.

5. Authentizität: Ich zeige mich als Mensch.

„Nehmt den Lack ab! Wir wollen Geschichten hören und nicht das Zitat von irgendeinem anderen. Wir wollen keine fünf Tipps zu einem glücklichen Leben, wir wollen lieber hören, wie er oder sie etwas gemacht hat, auf die Nase gefallen und wieder aufgestanden ist. Dann kann sich ein Publikum mit dem Menschen verbinden. Zeigt, wer ihr seid, erzählt eure Geschichten und lernt, wie man Geschichten erzählt. Das ist das Einzige, das wirklich funktioniert.

Karin Burger

Deine Geschichte und deine eigene Perspektive unterscheiden Dich von anderen Bühnenprofis! Und genau auf die kommt es an, wenn du dein Publikum tatsächlich erreichen möchtest. Wenn du deine Inhalte und Botschaften in persönliche Anekdoten verpackst und einen roten Storytelling-Faden durch deinen Vortrag laufen lässt, aktivierst du bei deiner Zielgruppe das narrative Gedächtnis, in dem dein Vortrag mit Emotionen und Bildern unterlegt wird. So bleiben Inhalte länger haften und die Menschen gehen in eine emotionale Verbindung mit Dir. Du gewinnst ihr Herz – was für eine Karriere als Speaker-Profi lebenswichtig ist.

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