Teamrituale: Feste Zeiten für mehr Verbindung

@ Marc Thürbach

Spielerische Tools und Workhacks lassen sich prima als Rituale nutzen, damit Teams zusammenwachsen, die Beziehungsqualität sich unter Kolleg*innen verbessert und alle engagiert zusammenarbeiten. Esther Römer stellt aus dem von ihr mitentwickelten Arbeitsbuch „Veränderung im Sinn. Workhacks und kreative Impulse für die tägliche Gestaltung der ArbeitsWelt“ eine Auswahl an möglichen Team-Ritualen vor.

Ein tolles Team, das zusammenhält, das motiviert ist, Veränderungen anzugehen und Ziele zu erreichen. Das gemeinsam etwas bewegen will. Die Mitarbeitenden vertrauen einander und fühlen sich miteinander verbunden. Klingt gut, oder? Ist aber leider nicht selbstverständlich – und somit in der Regel kein Selbstläufer. Es kann aber gefördert werden! Wenn dir daran gelegen ist, die Teamarbeit mit deinen Mitarbeitenden beziehungsweise Kolleg*innen zu verbessern, ist es ein guter Ansatz, bestimmte Team-Rituale zu etablieren. Denn bewusst wiederholte Handlungen im Team wirken emotionalisierend auf die Beteiligten und steigern das Wir-Gefühl – schöne Nebeneffekte inklusive: Als großer Fan von ritualisierten Workhacks habe ich vielfach die Erfahrung gemacht, dass solche Interventionen Menschen kreativer werden lassen und ihre Begeisterung am Tun insgesamt steigern.

Kleines Teamritual – große Wirkung: der Check-in

Oft sind es kleine Maßnahmen, also wenig zeitaufwändige Rituale, die eine große Wirkung haben. Der Check-in zu Anfang von (Team-)Meetings oder Workshops gehört beispielsweise dazu. Er stärkt die Beziehungen der Teammitglieder untereinander und hilft dabei, dass sie sich füreinander öffnen, sich besser kennenlernen und sich somit ungezwungener begegnen. Mit einer Check-in-Frage ist der Start in ein Meeting oder Workshop außerdem gleich angenehmer, weil nicht direkt inhaltlich gestartet, sondern auf die Teilnehmenden eingegangen wird.

Den Klassiker à la „Wenn du ein Wetterbericht wärst, was würde er heute voraussagen?“, kennst du sicherlich. Möglich sind aber auch viele weitere Einstiegsfragen – etwa: „Was gibt es immer in deinem Kühlschrank?“ oder „Was würdest du einem Alien zuerst zeigen?“. Im Netz gibt es viele Inspirationsquellen für Check-ins, beispielsweise unter tscheck.in oder checkin-generator. Mache dir vorab Gedanken, was du mit deiner Check-in-Frage bezwecken möchtest. Auf das Thema hinführen? Verbindungen gestalten? Oder einfach nur die Stimmung abfragen? Für Letzteres reicht dann auch die Frage „Wie geht es dir heute?“

Der Check-in sollte nicht länger als 15 Minuten dauern. Bei größeren Online-Meetings kannst du die Teilnehmenden zu Beginn auch in Breakout-Sessions schicken, so dass sie in Kleingruppen die Frage beantworten.  

Ritual für gemeinsames Lernen: der Sharing Day

Gemeinsames Lernen hat eine starke Wirkung aufs Team. Wenn es zum Ritual wird, ist es umso besser – insbesondere, da im heutigen Arbeitsalltag bewusstes Lernen häufig untergeht, was wiederum zur Folge hat, dass das in einer Organisation vorhandene Wissen nicht von allen genutzt wird. Es ist also sinnvoll, Zeit für das Lernen fest einzuplanen, und den Fokus dabei darauf zu richten, voneinander und miteinander zu lernen. Der Sharing Day bietet hierzu Möglichkeit und trägt gleichzeitig dazu bei, dass sich die Menschen im Team sowie insgesamt in einer Organisation besser kennenlernen und sich bereichsübergreifend vernetzen.

Wie der Name „Sharing Day“ schon andeutet, solltest du und dein Team in einen gemeinsamen Tag investieren. Dies am besten in einem dreimonatlichen Rhythmus. Neben organisatorischer Vorbereitung (Termin, Raum, Boards, Materialien, Catering) ist nicht viel zu tun. Die Inhalte müssen nicht umfangreich vorbereitet werden, vieles ergibt sich am Sharing Day selbst. Sicherzustellen ist jedoch, dass es eine*n Moderator*in gibt.

Es ist sinnvoll, Zeit für das Lernen fest einzuplanen, und den Fokus dabei darauf zu richten, voneinander und miteinander zu lernen.

Esther Römer

Ihr könnt den den Sharing Day im BarCamp-Format gestalten. Es bietet den Vorteil, dass sich jede*r einbringen kann. Gemeinsam wird dann ein Stundenplan für den Tag erarbeitet, wobei es je nach Interessen und Gruppengröße sinnvoll ist, parallele Angebote zu schaffen. Dann kann es direkt losgehen. Plant pro Thema 45-60 Minuten ein, so dass die Teilnehmenden Fragen stellen können und miteinander in einen Dialog kommen.

Teamritual zur Haltungsänderung: Mindset in Nuggets

In der heutigen Berufswelt werden Veränderungen zur Regel. Oftmals merken wir dabei, dass es grundlegend ist, eine andere Haltung zu entwickeln, damit alle im Team mitgehen können. Das ist kein einfacher Prozess und braucht Zeit. Der Workhack „Mindset in Nuggets“ zielt darauf ab, dran zu bleiben und nötige Haltungsänderungen im Kollektiv anzugehen. Hierzu wird in regelmäßigen kurzen Zeiteinheiten – am besten jede Woche 15 Minuten – ein Thema fokussiert, zu dem im Team eine neue Haltung entwickelt werden soll. Dieses Thema wird in kleinen Happen, also Nuggets, verarbeitet, um es greifbarer zu machen.

Dein To do: Stelle in Abstimmung mit deinen Kolleg*innen einen regelmäßigen Termin zu dem Thema ein. Geht es zum Beispiel darum, ein digitales Mindset zu entwickeln, könnten diese Terminblocker betitelt sein mit „Time for Upskiling“, „Time for Innovation“ etc.

Tauscht euch über eure Gedanken und Erkenntnisse aus und vereinbart gegebenenfalls Maßnahmen, die ihr zu dem besprochenen Thema vereinbaren wollt.

Rituale für jedes Teammitglied im Alltag: Attention to go

Was ich abschließend teilen möchte, ist zwar kein Team-Ritual, schafft aber dennoch Verbundenheit und gute Gefühle in einer Arbeitsgemeinschaft: Es bedarf lediglich, bestimmte Dinge, welche die Kolleg*innen erfreuen, in den Alltag zu integrieren: kleine Komplimente – egal, ob an der Tür, im Fahrstuhl oder als Post-it am Laptop. Sie zeichnen dem*der Anderen ein Lächeln ins Gesicht, zeigen Wertschätzung und Anerkennung. Und sie können aus einem stressigen Meetingtag mit Regen vor dem Fenster einen Tag mit Sonne im Herzen machen.

Wenn du versuchst, solche kleinen Interventionen zu ritualisieren, schärfst du deine Aufmerksamkeit für die Stimmung deiner Teammitglieder. Und vielleicht ist dein Wort, deine Geste gerade genau das, was die Person braucht! Höre auf deine innere Stimme!

Esther Roemer

Unsere Autorin Esther Römer

Esther Römer ist Ideengestalterin bei der Transformationsberatung HR Pioneers. Ein besonderes Steckenpferd von ihr ist die Entwicklung und Ausgestaltung spielerischer Instrumente wie zum Beispiel das Arbeitsbuch „Veränderung im Sinn. Workhacks und kreative Impulse für die tägliche Gestaltung der ArbeitsWelt“, aus dem sie hier im Beitrag geeignete Teamrituale vorstellt.

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