Jobsuche: Xing, LinkedIn & Co. optimal nutzen

Wer auf Jobsuche ist, kann seine Chancen durch Netzwerke wie Xing, LinkedIn und Co. enorm verbessern. Denn diese lassen sich sowohl passiv als auch aktiv nutzen. Im folgenden Artikel lesen Sie, welches Online-Berufsnetzwerke sinnvoll für Sie sind und wie Sie diese optimal nutzen.

Jobsuche Xing, LinkedIn – 5 Tipps auf die Schnelle:

  • Eine Auswahl treffen: Je nachdem, auf welcher Karrierestufe Sie stehen, in welcher Branche und in welchen Unternehmen Sie arbeiten, ist jeweils das ein oder andere Netzwerk wichtiger für Sie.
  • Ein professionelles Profil erstellen: Bevor Sie Ihr Profil veröffentlichen, sollte dieses vollständig ausgefüllt werden. Zumindest die wichtigsten Angaben zu Profil und Berufslaufbahn sollten enthalten sein.
  • Regelmäßigen Check durchführen: Überprüfen Sie alle paar Monate, ob Ihre Angaben noch stimmen oder ob Sie auf wichtige Neuigkeiten hinweisen möchten.
  • Nehmen Sie sich Zeit zum Kontaktaufbau und Netzwerkpflege: Auch dafür richten Sie sich am besten einen festen Termin ein. Ein schneller Blick sollte aber auch zwischendrin möglich sein.
  • Bleiben Sie aufmerksam: Stimmt Ihr Profil noch, ist das Online-Netzwerk noch das richtige für mich? Wenn Sie zum Beispiel aus der Forschung ins Produktmanagement wechseln, kann ein Netzwerk wie Linkedin passender sein als das Wissenschaftler-Netzwerk Researchgate.

Jobsuche: Xing, LinkedIn & Co. – welches Netzwerk ist optimal?

Die in Deutschland wichtigsten Online-Berufsnetzwerke sind Xing und Linkedin. Nach wie vor verteidigt Xing seine Position als Platzhirsch in Deutschland. Wer aber international oder in Konzernen arbeitet, wird an LinkedIn nicht vorbeikommen. Und wer als Wissenschaftler, egal ob an einer Hochschule oder in der Forschung in einem Unternehmen arbeitet, wird sich eher bei Researchgate wiederfinden.

Die Online-Berufsnetzwerke auf einen Blick:

  • Xing (www.xing.com): Gegründet 2003 in Hamburg unter dem Namen OpenBC. Mitgliederzahl 2015 im deutschsprachigen Raum (D-A-CH): 9,2 Millionen (Quelle: Xing.com). Das Basisprofil ist kostenlos, ein Premiumprofil liegt bei knapp 8 Euro Monatsbeitrag (Jahresgebühr). Das Premiumprofil ist notwendig, ohne lässt sich die „Erweiterte Suche“ nicht nutzen, keine privaten Nachrichten schreiben etc.
    Vorteile: viele Möglichkeiten zu Privatsphäreeinstellungen, übersichtlich, in Deutschland sehr stark vertreten.
    Nachteile: App ist gewöhnungsbedürftig, fehlende Internationalität
  • Linkedin (www.linkedin.com): Gegründet 2003 in den USA. Mitgliederzahl 2015: 396 Millionen weltweit (Quelle: Statista.de, 3/2015), in Deutschland: 6 Mio. (Quelle: Tagesspiegel, 6.2.2015). Das Basisprofil ist kostenfrei, ein Premiumprofil fängt bei 25 Euro an, ist aber nicht notwendig.
    Vorteile: sehr international, weltweite Präsenz möglich, Profil lässt sich in mehreren Sprachen abspeichern
    Nachteile: Teilweise finden sich nicht alle Ansprechpartner bei LinkedIn, gerade aus dem deutschen Mittelstand.
  • Researchgate (www.researchgate.net): Gegründet 2008 von den Wissenschaftlern Dr. Ijad Madisch, Dr. Sören Hofmayer und dem Informatiker Horst Fickenschaer. Mitgliederzahl 2015: über 8 Mio. weltweit. Netzwerk für Wissenschaftler_innen, nur wer wissenschaftlich arbeitet, kann ein Profil anlegen. Das Profil ist kostenfrei.
    Vorteile: Von Wissenschaftlern für Wissenschaftler, das merkt man dem Netzwerk an: So findet sich der ImpactFactor, man kann Beiträge zur Diskussion stellen, Kommentare erfragen etc.
    Nachteile: Teilweise noch wenig Anbindung an die Wirtschaft, so dass Vernetzung in andere Bereiche in Unternehmen über Researchgate nicht funktioniert.

Anlegen eines Profils zur Jobsuche via Xing, LinkedIn

Je nachdem, für welches Netzwerk Sie sich nun entschieden haben, können Sie nun mit dem Anlegen eines Profils starten. Denkbar ist es auch, dass Sie zunächst mit mehreren Profilen starten und dann später entscheiden, welches Sie bevorzugen möchten.

So können Sie erst einmal die Funktionsweise kennen lernen, sich vernetzen und dann später eine Auswahl treffen. Damit Ihr Profil auch optimal genutzt wird, gelten bei allen Netzwerken folgende Regeln:

  • Angaben zum Berufsweg sollten so ausführlich wie möglich sein: Stellen Sie sich einfach einen sehr übersichtlichen, knackig formulierten Lebenslauf vor. Genau diese Angaben sollte auch ein Online-Profil enthalten. Wobei einem natürlich die Portale oft viel Arbeit abnehmen, indem diese Auswahlmöglichkeiten bieten. Sie haben aber immer die Möglichkeit, zu einzelnen Tätigkeiten mehr zu schreiben, das sollten Sie auch nutzen.
  • Ihr Profil sollte in die Zukunft zeigen: Ihre Angaben im Summary bei LinkedIn oder Ihre Stichwörter bei „Ich biete“, „Ich suche“ bei Xing sollten beinhalten, was Sie sich in der Zukunft vorstellen.
  • Verwenden Sie ein professionelles Bild: Auch dieses sollte einen Eindruck vermitteln, was Sie sich in Zukunft wünschen. Beispiel: Als Absolvent zeigen Sie sich als Junior Manager, als Junior Manager als Senior.
  • Stellen Sie Arbeitsproben zur Verfügung.
  • Sammeln Sie Referenzen.

Bei den letzten beiden Punkten zeigen sich einige Unterschiede bei den verschiedenen Online-Businessnetzwerken:

Screenshot: Beispiel für Projekt mit verschiedenen Nutzern bei LinkedIn
Screenshot: Beispiel für Projekt mit verschiedenen Nutzern bei LinkedIn

Auch bei Researchgate wird darauf sehr viel Wert gelegt. Das hängt natürlich damit zusammen, dass Wissenschaftler oft kooperativ arbeiten und das auch entsprechend vermerken. Außerdem ist der ImpactFactor extrem wichtig für die Reputation als Wissenschaftler.

Weitere Möglichkeiten der Online-Berufsnetzwerke

Wenn Sie Ihr Profil ausgefüllt und veröffentlicht haben, geht es an die Vernetzung. Auch dafür bieten einem Xing und Linkedin Unterstützung an, indem sich die Kontakte zum Beispiel aus MS Outlook importieren lassen. Das ist zumindest schon mal ein guter Schritt, damit haben Sie schon einmal eine gute Basis für Ihr Online-Netzwerk. Wenn Sie entsprechend dranbleiben, erweitert sich Ihr Netzwerk so bereits nach und nach. So können Sie zum Beispiel Kontakte von Konferenzen, Branchentreffen, Arbeitsgruppen anschreiben und um Bestätigung Ihrer Anfrage bitten.

Systematische Vorgehensweise beim Netzwerken

Die oben beschriebene Vorgehensweise findet wirkt wenig systematisch, hilft aber bereits beim Netzwerkaufbau. Wenn Sie nun systematisch vorgehen möchten, sollten Sie noch einmal an den Anfang zurückgehen.

Fragen Sie sich noch einmal: Wo möchte ich hin? Was ist mein Ziel? Es muss natürlich nicht auf die Position genau sein, es sollte aber zumindest klar sein, ob Sie Fach- oder Führungskraft sein wollen? Wie wichtig Ihnen eine internationale Karriere ist etc.? Eventuell haben Sie auch ein Traumunternehmen, bei dem Sie gern arbeiten würden?

Hier überlegen Sie konkret: Mit wem müsste ich sprechen, wer könnte mir helfen, meinen Traumjob zu erreichen?

Mit dieser groben Idee schauen Sie nun Ihre bisherigen Kontakte durch. Dann gehen Sie auf die „Erweiterte Suche“ (geht allerdings nur mit einem Premium-Profil) und suchen mit den entsprechenden Stichwörtern nach möglichen Kontakten.

"Erweiterte Suche" bei Xing nutzen
„Erweiterte Suche“ bei Xing nutzen

Wenn Sie diese identifiziert haben, können Sie überlegen, wie Sie diese ansprechen möchten: Haben Sie einen Anknüpfungspunkt, zum Beispiel, wenn Sie Alumni der gleichen Hochschule sind oder einmal bei dem gleichen Unternehmen gearbeitet haben? Auch wenn Sie bereits über einen anderen Kontakt verknüpft sind, können Sie mit diesem Kontakt 2. Grades ins Gespräch kommen.

Formulieren Sie möglichst genau, was Sie möchten: Seien Sie so konkret wie möglich. Mit einem „Nein“ müssen Sie natürlich trotzdem rechnen.

Bedenken Sie immer: Der Aufbau eines Netzwerks dauert und kostet Zeit. Daher sollten Sie einfach immer dranbleiben.

Tipps für mehr Sichtbarkeit in Ihren Online-Netzwerken:

  • Berichten Sie von Neuigkeiten – und lassen Sie Ihr Netzwerk daran teilhaben. Sie können bei Xing zum Beispiel einstellen, ob Ihr Netzwerk sehen darf, wenn sich bei Ihnen etwas beruflich ändert. Hier würde ich den Haken auf „Öffentlich“ setzen, wenn Sie zum Beispiel einen Karriereschritt oder Wechsel zeigen möchten. Linkedin „belohnt“ Sie sogar, wenn Sie aktiv auf dem Netzwerk sind. Auch bei Researchgate lohnt es sich, sich durch Kommentare zu zeigen und damit wissenschaftliches Know-how zu zeigen.
  • „Spielen“ Sie mit Ihrem Profilbild. Sie werden merken, dass Sie viel Feedback auf ein neues Profilfoto bekommen, oft mehr als auch kluge Redebeiträge;-( Wenn Ihre Branche nicht zu konservativ ist, darf man auch mal ein „witziges“ Bild einstellen (zum Beispiel vom Oktoberfest oder Karneval).
  • Nutzen Sie die Statuszeile. Je nachdem, wie viele Kontakte Sie haben, zahlt es sich aus, die Statuszeile mit Neuigkeiten zu bespielen. Sie können hier aber immer Vortragstermine, interessante Links oder neue Blogbeiträge posten.

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