Feedback-Tool für Studierende: Kennst du deine wahren Talente?

[Ein Gastbeitrag von Daniele D´Amore, Crews&Captains] Kreative Ader? Motivationskünstler? Liebe zum Schreiben? Leidenschaftlicher Teamworker? Jeder Mensch verfügt über Talente, die nicht immer einfach zu erkennen sind. Und auf welche sich zu bauen lohnt, ist nicht immer offensichtlich. Wir sprechen hier von „Blinden Flecken“, wenn du dein wahres Potenzial nicht kennst (oder nicht daran glaubst). Manchmal fehlt auch schlicht die richtige Idee, wie die eigenen Talente möglichst optimal eingesetzt werden können. Wir zeigen dir eine tolle Feedbackmethode, die Menschen aus deinem Umfeld zu “Coaches” für dich und deine Talente werden lässt!

Was sind überhaupt Talente?

Du denkst vielleicht bei Talenten an Fußballspieler oder Musiker. Klar, Ronaldo und Tina Turner sind Ausnahmetalente. Aber was verstehen wir unter Talent im beruflichen Kontext? Über welche Talente solltest du nachdenken, wenn du dich zum Beispiel auf ein Bewerbungsgespräch vorbereitest?

Hast du Talent für etwas, dann erzielst du ohne große Mühe (zum Beispiel Zeitaufwand oder Stresserleben) ein hervorragendes Ergebnis. Es lässt sich natürlich nicht leugnen, dass talentierte Menschen auch hart arbeiten müssen, damit sie erfolgreich sind. Ronaldo trainiert beispielsweise härter als die meisten seiner Mitspieler und Tina Turner probt täglich. Talente sind also eine Mischung aus Erbanlage und dem, was man daraus macht.

Arbeitgeber sind stets auf der Suche nach Talenten. Sie suchen Indikatoren dafür, dass sich bestimmte Leistungen mit gutem Ergebnis regelmäßig wiederholen lassen. Aber aus Arbeitgebersicht sind besonders die Talente wertvoll, die für sie selten bzw. schwer zu finden sind. Für deine Karriere ist es daher hilfreich, wenn du dich darauf konzentrierst, welche deiner Talente dich aus der Masse herausheben und von Arbeitgebern aktuell stark gesucht werden.

Lerne aus dem Feedback vieler!

Erfolgreiche Unternehmen verpflichten ihre Manager und Mitarbeiter, regelmäßig an Feedbackrunden teilzunehmen. Oft kommen sogenannte 360° Feedback-Tools zum Einsatz. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um ein Rundum-Feedback, bei dem zusätzlich zum eigenen Chef auch Kollegen/Mitarbeiter aus der eigenen Firma und manchmal sogar auch Kunden einbezogen werden. Alle füllen einen Fragebogen aus und die Ergebnisse werden anonym und übersichtlich in einem Ergebnisbericht zusammengefasst.

Die Methode hilft den “Feedbackempfängern” ihr “Selbstbild” (das Bild, das du von dir hast) mit dem “Fremdbild” (das Bild, das andere von dir haben) zu vergleichen und daraus zu lernen. Wegen der Anonymität kann man davon ausgehen, dass das Fremdbild relativ ehrlich und unverfälscht ist, denn niemand muss negative Konsequenzen fürchten, wenn Kritik geäußert wird.

Wäre es nicht praktisch, wenn du diese 360° Methode für dich nutzen könntest? Tatsächlich gibt es eine Variante, die speziell für Studierenden oder andere Personen, die sich aktuell mit der eigenen Zukunft auseinandersetzen, entwickelt wurde. Es handelt sich dabei um den TalentCoach von Holtmeier und Mertin (2018). Die Firma Crews & Captains ist auf 360° Feedbacks spezialisiert und betreibt dieses Instrument auf ihrer Online-Plattform.

Der TalentCoach beruht auf einem wissenschaftlich fundierten Kompetenzmodell mit insgesamt 25 Talenten. Du aktivierst dein eigenes Umfeld und entscheidest, wer dir zu deinen Fähigkeiten Feedback geben soll. Als Feedbackgeber kommen unterschiedliche Personengruppen in Frage:

  • aktuelle/ehemalige Arbeitskollegen oder Chefs, die dich zum Beispiel während eines Praktikums kennengelernt haben
  • deine Freunde
  • deine Mitschüler und Kommilitonen
  • deine Lehrer und Dozenten
  • deine Eltern, Geschwister und andere Verwandte

Wenn du deine Stärken kennst, kannst du sie im beruflichen oder privaten Kontext gezielt einsetzen. Das macht dich insgesamt zufriedener, fördert deine persönliche Entwicklung und resultiert letztlich häufig in beruflichem und privatem Erfolg!

Übrigens, Studierende unterschätzen sich oft

Eine Studie zum TalentCoach (Holtmeier und Mertin, 2018) hat herausgefunden, dass die durchschnittliche Selbsteinschätzung der Feedbackempfänger (Studierende zwischen 18 und 25) unterhalb der Einschätzung liegt, die ihre Feedbackgeber zu den gleichen Themen abgegeben haben. Dieser Unterschied zwischen Selbst- und Fremdbild macht deutlich, dass die Studierende ihre Ressourcen möglicherweise unterschätzen.

Der TalentCoach generiert ganz konkrete Hinweise zu deinen Talenten. Nach der Online-Befragung erhältst du einen Feedbackbericht, der dir hilft, Talente zu identifizieren und Prioritäten zu setzen. Immerhin haben auch deine Feedbackgeber deine Stärken priorisiert und beschrieben. So erhältst du einen bunten Strauß an Ideen, wie du deine Talente für deine eigene Zukunft nutzen und ausbauen kannst.

Aus den 25 Talenten listet der Feedbackbericht auf, welche dein Umfeld besonders zu schätzen weiß und am stärksten in dir sieht. Es handelt sich um ein stärkenorientiertes Feedback, das dich ermutigen soll den Fokus auf das zu legen, das du gut und gerne machst.

Insbesondere junge Frauen haben oft mehr Führungstalent als sie selbst glauben

Die bereits erwähnte Studie (Holtmeier und Mertin, 2018) zum TalentCoach zeigt signifikante Geschlechterunterschiede auf. Frauen und Männer erhalten unterschiedliche Ratschläge aus dem Multi-Source-Feedback.

Kommunikation wird bei Männern am häufigsten als besonderes Talent bewertet, während es bei den Frauen nur Rangplatz 23 (von insgesamt 25 Talenten) erreicht. Umgekehrt verhält es sich mit Führung, die bei den Frauen Rangplatz 4 erreicht und somit deutlich häufiger als Stärke angegeben wird als bei den Männern (Platz 22).

Bedenkt man, dass Frauen in Führungspositionen in fast allen deutschen Unternehmen unterrepräsentiert sind, überraschen diese Studienergebnisse vielleicht. Ich denke Feedbacktools können helfen, diesen „confidence gap“ zu überwinden. Solltest auch du dein “Mindset” hinterfragen und vielleicht korrigieren? Bewirb dich auf Stellen, die zu dir passen, nicht auf die, die vermeidlich zu deinem Geschlecht passen!

Hol dir Feedback aus deinem Umfeld ein!

Welche Feedbackmethode du letztendlich wählst bleibt dir überlassen. Wichtig ist jedoch, dass du dir Feedback aus deinem eigenen Umfeld holst! Oft wirken wir nicht, wie wir es glauben. Unser Umfeld hilft uns dabei einen Spiegel vorzuhalten, der uns Talente vorzeigt, auf die sich zu bauen lohnt. Mit dieser Erkenntnis steht deinem erfolgreichen Karrierestart nichts mehr im Weg!

Buchtipp:

Mertin, I., & Holtmeier, S. (2018). Multisource-Feedback als Instrument des Talent-Managements für Studierende und Young Professionals.

Unser Autor:

Meine Name ist Daniele D´Amore. Ich arbeite seit März 2020 für Crews & Captains, eine auf Feedbacktools spezialisierte Unternehmensberatung in Köln. Nach dem abgeschlossenen Studium der Medien- und Wirtschaftspsychologie habe ich meinen beruflichen Weg bei Crews & Captains gestartet und weiß daher, wie schwer es anfangs sein kann, sein eigenes Kompetenzprofil zu erfassen. Kontaktiert mich gerne, falls ihr mehr Informationen zu diesem Thema benötigt!

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