Best of Totschlagargumente: Draufhauen statt zuhören!

Das erste Mal trifft es einen wie der Blitz. Da geht man mit einer vermeintlich brillanten Idee in ein Meeting – und sie wird abgeschmettert, bevor sie überhaupt richtig ausformuliert ist. Hinterher fragt man sich: Was war denn das?

In einem guten Unternehmen (von Zynikern wahlweise Wunschkonzerthaus oder Ponyhof genannt) ist es üblich, dass man sich tatsächlich über einen neuen Gedanken austauscht. Natürlich gibt es auch Einfälle, die wirklich für die Tonne sind. Wo vielleicht der Ideengeber irgendwann selbst sagt: „Ach nee, vergesst es. War ne blöde Idee.“ Oder das Gegenüber nimmt die Idee inhaltlich auseinander.

Kommt vor, kein Problem.

Aber grundsätzlich sollte man erst mal zuhören und einer neuen Idee eine Chance geben, oder? Egal, von wem sie kommt. Gerade Menschen, die neu im Betrieb sind, die von außen kommen und einen jungfräulichen Blick auf den ganzen Laden haben, Junge, Alte, Fachfremde, Menschen aus anderen Kulturen – das ist doch spannend, was die zu sagen haben!

Gerade der Außenblick, die Reflektion im Fremden, ist doch besonders. Jemand hat mal gesagt:

„Wenn du ein ungewöhnliches Haus haben willst, beauftrage einen Gärtner.“

Ja, warum nicht? Da kann etwas sehr Spannendes herauskommen – einfach weil der Gärtner einen ganz anderen Blick auf die Welt hat als ein Architekt. Er denkt eben ganz anders.  Ein Querdenker halt. Klar, das Ergebnis kann auch völliger Mumpitz sein – aber indem man dem Gärtner eine Chance gibt, schafft man Raum für das Neue. Vielleicht wird sogar Unmögliches möglich.

Viele Unternehmen machen es aber genau andersherum. Sie hauen dem Gärtner auf den Kopf, bevor er überhaupt ausgeredet hat – und zwar mit dem großen Totschlagargumente-Hammer. (Einzige Ausnahme: Der Gärtner hat eine Eingebung, wie man Kosten senken kann. DAS ist natürlich etwas ganz anderes und wird sofort aufgegriffen.)

Best of Totschlagargumente:

Totschlagargument "Schlechter Zeitpunkt". Bild: Fonski
Totschlagargument „Schlechter Zeitpunkt“. Bild: Fonski

In jedem anderen Fall bekommen Leute wie er Killerphrasen um die Ohren gehauen:

  • „Das hatten wir schon mal.“ (Ach, ja? Vielleicht war es ja einfach schlecht umgesetzt und hat deshalb nicht funktioniert.)
  • „Machen Sie erst mal ein Pilotprojekt.“ (Damit kauft man sich Zeit und hofft, dass es nicht funktioniert. Oder sich irgendwie von selbst erledigt.)
  • „Da könnte ja jeder kommen.“ (Ein Super-Totschlagargument bei jeglichen Verhandlungen, in denen es um persönliche Vorteile geht: Gehaltserhöhung, Sabbatical, Teilzeitarbeit, neuer Computer – you name it.)
  • „Das ist doch bloße Theorie.“ („Wissenschaftliche Erkenntnisse? Was haben wir damit zu tun?“)
  • „Da sollten wir uns raushalten.“ (Soll heißen: DU hältst Dich da gefälligst raus. Weil es das Revier von jemand anders ist oder ein Tabu berührt.)
  • „In welchem schlauen Buch haben Sie das denn gelesen?“ („…verdammte Geisteswissenschaftler. Die Praxis sieht doch ganz anders aus.“)
  • „Auf so eine Idee kann nur ein Anfänger kommen.“ (Autsch! Auch noch beleidigend werden…)
  • „Das entspricht nicht der Politik des Hauses.“ (Doppelt fies, denn entweder kennt derjenige die Politik des Hauses nicht oder sie ist ihm egal. Ein Revoluzzer!)
  • „Dafür ist jetzt ein ganz schlechter Zeitpunkt.“ (Geht immer. Denn es gibt nie den perfekten Zeitpunkt für Innovation. Es nervt immer, sich neben dem Tagesgeschäft um etwas Neues zu kümmern.)
Totschlagargumente. Bild: Fonski Verlag
Totschlagargumente. Bild: Fonski Verlag

Das könnte jetzt ewig so weitergehen. Es existieren nämlich eine ganze Menge dieser Killerphrasen. Beim Fonski-Verlag gibt es sie jetzt sogar „to go“ in einer kleinen Box – zum Lachen, Verschenken und natürlich zum Trainieren. Damit Totschlagargumente keine Chance mehr haben.

Was dahinter steckt? Überforderung!

Letztlich steckt wohl eine Überforderung dahinter:

  • Wenn Führungskräfte alles Neue nur noch abwehren, dann heißt das, dass sie kaum noch Luft zum Atmen haben.
  • Sie sind nicht mehr offen für Innovationen, weil sie im Sumpf ihres eigenen Tagesgeschäfts (bzw. dessen, was sie dafür halten: Berichte, Statistiken, Meetings) versinken.
  • Sie sind genervt, weil dieselbe Idee immer wieder aufpoppt und von unterschiedlichen Leuten an sie herangetragen wird. Hm, da könnte man sich ja mal fragen: Vielleicht ist da was dran? Vielleicht gibt es einen Grund, warum diese Idee so ein Wiedergänger ist? Gibt es da etwa einen Bedarf?

Aber nee, da haut man lieber drauf. Damit erst mal Ruhe ist. Bis zum nächsten Mal.

Dieser Text erschien in ähnlicher Form zuerst auf Lydia Krügers Blog Büronymus.

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