Ich bin dann mal spontan: Drei Tipps, um Herausforderungen zu bändigen

Wer immer gut plant und sich an die Regeln hält, fühlt sich sicher, steckt aber gleichzeitig in öden Routinen fest. Und all das Unvorhergesehene, das ständig einfach so und ohne Vorankündigung unsere Pläne durchkreuzt, droht Planungsanhängerinnen niederzuringen. Im Grunde machen sie alles richtig und stehen dann doch regelmäßig vor der Frage: Und was mache ich jetzt?

Die Antwort: Spontan sein und improvisieren.

Denn ich muss dir leider sagen: Es gibt keine Sicherheit. Niemals! Sicherheit ist reine Illusion.

Denn ständig passiert Veränderung, ohne dass wir sie steuern können. Manchmal ist es „nur“ der Computer, der abstürzt und dir die sorgfältig geplante Präsentation zunichte macht. Ein anderes Mal fährt dir die Bahn vor der Nase weg, und du kommst zu spät zu einem wichtigen Termin.

Vielleicht verlierst du ohne eigenes Verschulden deinen Job, weil dein Arbeitgeber pleite ist. Oder das Unternehmen wird aufgekauft und du musst, um deine Arbeit zu behalten, in eine neue Stadt oder gar ein anderes Land ziehen.

Beispiele für kleinere und größere gefühlte Katastrophen gibt es zuhauf und die meisten stellen unser „Gewohnheits-Ich“ vor große Herausforderungen. Wir können aber mit etwas Flexibilität im Kopf lernen, diese Herausforderungen zu bändigen. Spontaneität hilft uns dabei, unsere Routinen zu durchbrechen und nicht in eine Schockstarre zu verfallen, wenn alles plötzlich anders läuft als geplant. Ich habe dir hier drei einfache Tipps zusammengestellt, die dir das Leben und den Umgang mit Veränderungen ein wenig leichter machen.

Tipp 1: Sag „Ja – gib Spontaneität eine Chance!“

Viele von uns fühlen sich einfach nicht spontan. Es fällt ihnen unheimlich schwer, Entscheidungen zu treffen, ganz besonders dann, wenn die Folgen nicht zu 100 Prozent absehbar sind.

Ich versichere dir, dass du spontaner bist als du selbst denkst. Oder stehst du jeden Morgen mit dem gleichen Fuß auf? Was tust du, wenn du dein Müsli mit Milch frühstücken möchtest, aber die Milch ist sauer? Vielleicht isst du spontan gar nichts oder du mischt die Flocken heute mal mit Orangensaft oder Wasser.

Ohne dich groß zu ärgern.

Bist du schon einmal mürrisch aus dem Haus gegangen und deine Laune hellte sich spontan auf, weil ein netter Mensch, dich ganz grundlos freundlich anlächelt? Du siehst, so unflexibel bist du wirklich nicht.

Du hast immer zwei Optionen, wenn eine neue Herausforderung aus dem Nichts auftritt: Du kannst dich über die neuen Hürden ärgern und wie ein Kaninchen im Lichtkegel eines heranrasenden Autos in eine Schockstarre verfallen. Oder du gibst deiner Spontaneität eine echte Chance und wagst den Sprung ins kalte Wasser.

Denn davon wird deine Haut ganz weich und du gehst viel wacher durchs Leben. Plötzlich entdeckst du neue Wege, die du bisher nicht gesehen hast, weil es in deiner Komfortzone so gemütlich und warm war. Diese Wege führen dich an Orte, die du bisher nicht kanntest und die dir neue Perspektiven zeigen. Du gehst auf Erlebnisreise und hast ganz nebenbei die Herausforderung gemeistert.

Und alles nur, weil du „Ja“ gesagt hast.

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Tipp 2: Sei kreativ – genieße jede Herausforderung!

Hand aufs Herz: Wenn etwas auf den ersten Blick so aussieht, als ob es schwierig werden könnte, neigen wir dazu, es lieber gleich zu lassen. Es ist einfach menschlich, den Weg des geringsten Widerstands zu gehen.

Da werden wir auch schnell zum trotzigen Kind, das laut „Nein!“ schreit. Am besten ist doch, wenn alles so bleibt, wie es ist. Leider können wir das nicht immer selbst entscheiden.

Ändere also deine Herangehensweise an Herausforderungen, die sich dir in den Weg stellen. Wenn du dich und deine Haltung veränderst, löst sich so manches Hindernis einfach in Luft auf. Versprochen! Wie? Du hast die Herausforderung nach einer kreativen Lösung deines Problems angenommen und bist mit einer positiven Haltung an das Thema herangegangen. Plötzlich kommen dir die besten Ideen, weil dein Kopf frei vom Zwang ist, unbedingt an alten Regeln festzuhalten. Dein Leben steckt von jetzt an voller positiver Überraschungen.

Tipp 3: Fehler sind toll – lass deine Fehler zu!

Angst davor, etwas Falsches zu tun oder eine falsche Entscheidung zu treffen, hält uns in den meisten Fällen davon ab, spontan zu sein.

In unserer Kultur ist es tief verwurzelt, dass Fehler zu machen etwas Schlechtes ist. Und wer will schon ständig etwas Schlechtes machen. Wenn du Fehler aber zulassen kannst, lernst du mit jedem kleinen und großen Fehler, den du machst, etwas dazu.

Ich mag ein Zitat von Henry Ford sehr gerne, der in jedem Scheitern auch immer den Fortschritt gesehen hat:

„Wenn alles gegen dich zu sein scheint, dann erinnere dich, dass ein Flugzeug nur gegen den Wind abhebt und nicht mit dem Wind.“

Auch Ford wusste, dass sich Fehler nicht vermeiden lassen, egal wie sehr wir uns anstrengen, alles richtig zu machen.

Verändere also am besten schnell deine Haltung dazu. Wichtig ist nur, dass du aus deinen Fehlern auch wirklich etwas lernst und nicht denselben Fehler immer und immer wieder machst. Hierzu hatte Oscar Wilde eine schlaue Meinung: „Der Profi macht nur neue Fehler. Der Dummkopf wiederholt seine Fehler. Der Faule und der Feige machen keine Fehler.“

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Unser Autor Ralf Schmitt

Ralf Schmitts Wurzeln liegen im Improtheater. Zunächst Schauspieler beim Dinner-Theater, später Ensemblemitglied des Hamburger Business Theater „Steife Brise“, dann Gründer der Improhotels: Ralf Schmitt weiß, was Spontaneität heißt, und trainiert andere darin, flexibel zu denken und zu leben: Auf der Bühne, im Job und im Alltag.

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