Wiedereinstieg: Alles ein Privatproblem? Kinderbetreuung, Arbeitszeiten etc.

Dieser Text erreichte uns als Nachricht via Facebook. Als ich die Verfasserin darum bat, diesen auf der businessladys.de öffentlich machen zu dürfen, willigte sie netterweise ein. Sie möchte ihren Namen nicht nennen, weil sie aktuell noch in Gesprächen mit ihrem Arbeitgeber steckt. 

Bild: emoji/photocase.de

Was meint ihr zum Thema „Wiedereinstieg“? Wird es Frauen bzw. Familien unnötig schwer gemacht? Bitte kommentiert hier im Blog, auf Facebook oder Twitter #wiedereinstieg.

„…irgendwie bin ich gerade unglaublich sauer und fassungslos. Verstehe auch dieses ganze Land mit seiner Politik nicht mehr. Aber von Gleichbehandlung sind wir unendlich weit entfernt.
Ich bin ganz unverhofft Mama geworden, Medizinisch quasi unmöglich. Trotzdem das größte Geschenk:-)

Ich leiste mir den Luxus von 1 1/2 Jahren Elternzeit. Plan war es, meine Tochter danach bei einer Tagesmutter in die 45 Std. Pflege zu geben. Allerdings hat unser Bürgermeister mir hier nun wahrscheinlich einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir müssten für die Betreuung 530 Euro mtl einplanen zzgl. Essensgeld, Ausflugsgelder, Anfahrt usw. Nachbarn nehmen für diese Dienstleistung von 364 Euro bis 425 Euro zzgl Essensgeld etc.

Die Tagesmütter werden auch alle unterschiedlich bezahlt für eine identische Dienstleistung. Oft sind es Frauen, die selbst Kinder haben und so versuchen die Betreuungszeiten / Ausfallzeiten irgendwie aufzufangen. Es ist schon ulkig, wenn Frau Dr. auf einmal 3 Jahre Tagesmutter macht. Die wenigsten Frauen bekommen seitens der Kommunen Unterstützung für ihre Sozialabgaben. Ganz toll für die späteren Renten.

Im Ü3 Thema sieht das ganze noch viel unverschämter aus. Da gibt es Städte die verlangen gar nix, während wir hier auch mit 391 Euro zzgl Essensgeld etc belastet werden. Auch hier geht die Spanne von nix bis 352 Euro im Umkreis.

Steuerlich abgesetzt werden können nur 4000 ,- Euro für diese Betreuung. Der Gesetzgeber hat in seiner Grundlage tatsächlich argumentiert, dass die darüber liegenden Kosten privates Vergnügen seien.

Ich weiss von diversen Frauen das sie arbeiten müssen, um überhaupt noch im Unternehmen anerkannt zu werden, der Stempel Frau und Mutti ist schnell gesetzt. Viele sind auf das Geld wirklich angewiesen, und andere werden jetzt ihre Planung ganz verlassen und zu Hause beiben, weil es sich nicht lohnt. Darüber bin ich so maßlos wütend, was macht unsere Politik da? Ich bezweifle, dass die Unternehmen, ob deutsch oder international, es sich leisten können, dass die Frauen nicht wiederkommen.

Ob es Spaß ist, meine Tochter betreuen zu lassen? Ich bin der Hauptverdiener der Familie. Mein Mann ist quasi selbstständig (noch AN) im Handwerk. Qualifizierte Fachkraft. Er arbeitet dann nur noch für unsere Tochter, mit Steuerklasse 5 und Handwerk bleibt da nicht viel. Würde er seinen Job hinwerfen, wären 4 AN arbeitslos.

Ich bin studiert und als Referent im Einkauf eingesetzt, Projekteinkauf. Es ist kaum möglich, dass ich in Teilzeit gehe, damit wir irgendwie die Betreuung unserer Tochter finanzieren können, damit ich quasi weniger verdiene. Mein AG hat sogar Kitaplätze eingerichtet mit tollen Zeiten, aber zwischen meiner Arbeit und der Kita liegen 1 Std Fahrt…
Ich habe viele Möglichkeiten bei meinem Arbeitgeber, aber was da im Papier steht und schlussendlich vereinbar ist mit meinem Chef, dazwischen liegen Welten.

Das ganze Thema ist so bekloppt und schlussendlich muss FRAU gucken, wie sie es geregelt bekommt, denn entweder ich mache mich passend, oder ich habe die A*-Karte und bin weg vom Fenster inkl. aller Nachteile

So wird es sicherlich nicht nur mir gehen und ein Betreuungsgeld oder ein Eterngeld sind da bestimmt 0 Lösungsansätze. Ich zahle auch gerne etwas für die Betreuung meines größten Schatzes, aber es sollte irgendwie fair sein und nicht das komplette Einkommen des Partners fressen.

Vllt bin ich ja auch so weltfremd und ärger mich gerade über ein Luxusproblem.

Wie sind denn die Erfahrungen bei euch diesbezüglich?“

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