Franchise: 4 Tipps, die Gründerinnen beachten sollten

Denkt ihr beim Thema Franchise auch erstmal an Burger King, Mc Donald‘s, Subway & Co? Das sind die großen Unternehmen, die jeder kennt. Es gibt auch eine Reihe kleinerer Franchise-Unternehmen. So erscheint die Bandbreite der Möglichkeiten endlos. Für Gründerinnen kann Franchise eine interessante Option sein. Allerdings gibt es ein paar Punkte, die zu beachten sind.

Ein Franchise-Unternehmen kann ein Geschäftsmodell bieten, das sich bereits bewährt hat und erfolgreich ist. Warum dieses Geschäft dann nicht einfach vervielfältigen? Kunden bevorzugen bekannte Marken und bewährte Dienstleistungen. Das zeigt auch die Zahl der Franchise-Systeme, die es in Deutschland im Moment gibt. Rund 1.000 Systeme hat der Franchise-Markt im Moment zu bieten.

Dabei sind den Branchen und Ideen keine Grenzen gesetzt. Die Palette der Franchise-Systeme reicht von Fitness und Wellness über Backwaren und Kaffee bis hin zu Foto und Elektronik. Dabei gilt: Wer sich gänzlich austoben, ein eigenes Logo entwickeln will oder gar geregelte Arbeitszeiten schätzt, der ist beim Modell Franchise fehl am Platz.

Franchising bringt bestimmte Vorgaben mit sich, was das Produkt oder das Branding angeht. Das hat Vorteile: Man muss nichts völlig Neues erfinden. Unentschlossenen Gründerinnen hilft es mitunter bei der Ideenfindung: „Der Franchise-Partner kann auf ein erprobtes Unternehmenskonzept setzen und dadurch in der Regel deutlich besser und schneller am Markt Fuß fassen“, sagt Felix Peckert, Franchise-Experte und Inhaber der Peckert-Gruppe.

Ein weiterer Pluspunkt ist der Austausch unter Kolleg_innen. Selbstständige Franchise-Partner_innen können auf ein starkes Netzwerk bauen und in Gesprächen sehr genau ins Detail gehen, wenn sie Best Practice Beispiele oder Probleme besprechen. Jeder weiß von dem anderen genau, wie er oder sie sich fühlt.

Egal ob Gastronomie, Nachhilfe oder Pflege, es gibt einige Dinge, die es bei der Auswahl des richtigen Franchise-Systems zu beachten gilt:

  • Finanzierung und Businessplan: Ganz wichtig ist ein solider Finanzierungs- und Businessplan. Wer das nötige Kleingeld für die Ausstattung des eigenen Geschäfts nicht hat, braucht gar nicht erst zu starten. Allerdings kann die Finanzbranche hier die notwendige Beratung bieten. Wichtig ist, dass der eigene Betrieb und das Wachstum erst dann anfangen, wenn die ersten Kunden kommen. Es sollte also auch eine Finanzierung für die Zeit der Überbrückung aufgestellt werden. Der Cashflow muss stimmen, um Fixkosten wie Miete etc. zahlen zu können.
  • Franchise-Vertrag: Wichtig ist, dass es überhaupt einen Vertrag gibt. Lass diesen auf jeden Fall von einem Fachanwalt prüfen und erkundige dich außerdem, ob es eine Art Betriebshandbuch gibt, in dem die Systemzentrale Abläufe regelt.
  • Ein gutes Franchise-Unternehmen erkennt man daran, wie lang das Unternehmen bereits auf dem Markt vertreten ist, wie viel Service und Support geboten wird und ob das Unternehmen transparent, offen und realistisch agiert. Aussagekräftig sind häufig auch Qualitätssiegel oder Verbandsmitgliedschaften.
  • Risiken: Wer sich aller Risiken, die eintreten könnten, bewusst ist und diese einplant, bei dem kann wenig schief gehen. Eine realistische Planung ist also das A und O.

Beispiel für eine erfolgreiche Franchise-Nehmerin ist Houda Mittelstedt-Seiffert aus Berlin-Wittenau. Sie hat sich mit dem Franchise-System Kumon selbstständig gemacht, einer Lernförderung für Kinder und Jugendliche für die Fächer Mathematik und Englisch.

Nachdem sie mehrere Jahre für ihre Kinder zuhause geblieben ist, suchte sie vor sieben Jahren eine neue berufliche Aufgabe. „Gerade als Mutter von drei Kindern wusste ich, dass es in der schulischen Laufbahn zu Schwierigkeiten in der Schule kommen kann“, sagt Mittelstedt-Seiffert. „Mit meiner Arbeit unterstütze ich Kinder und gestalte ihre Zukunft mit, das macht für mich den Reiz aus. Außerdem hat mich Kumon als weltweit agierendes Unternehmen überzeugt und die zahlreichen Schulungen haben mir dabei geholfen, mein eigenes Lerncenter erfolgreich aufzubauen.“ Houda Mittelstedt-Seiffert ist also vom Modell Franchise überzeugt.

Neben der Markenbekanntheit und dem Support, der ihr geboten wird, hat sie vor allem in der Anfangsphase davon profitiert, dass ihr Franchisegeber ein bewährtes Konzept bietet.

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