Logistikingenieur

[Text: Manuela Keil] Immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Damit dies bei unseren globalen Warenströmen gelingt, dafür sorgen Logistiker. Ein Beruf, der zahlreiche Möglichkeiten zum Ein- und Aufstieg bietet.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Damit bei der Montage der Lkw alle Einzelteile zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, und dabei keine Staus oder Engpässe entstehen, ist eine ausgeklügelte Logistik nötig. Genauso müssen hunderte von Service-Werkstätten weltweit täglich mit Verschleiß- und Ersatzteilen versorgt werden.

An dieser Schnittstelle arbeitet Andreas Geitz. Der Logistikingenieur muss vor allem immer die Übersicht behalten. Geitz leitet den Wareneingang bei MAN in Dachau. „Alle Ersatzteile gehen durch unsere Hände. Ich bin für die drei Segmente Warenannahme, Vorverpackung und Rücklieferung zuständig.“ Außerdem ist der 34-Jährige für 130 Mitarbeiter verantwortlich. Mit dieser Mannschaft sind täglich 400 Tonnen an Ware zu bewältigen, 100 Lkw liefern jeden Tag im Ersatzteil-Logistikzentrum an. Die Palette reicht vom Außenspiegel, Windschutzscheibe, Motor, Auspuff, Fahrerhaus, Rückleuchten, Interieur bis zu Millionen von Schrauben – täglich sind etwa 300.000 bis 500.000 Einzelteile anzunehmen, zu prüfen und weiterzuleiten. „Die Arbeit ist unglaublich abwechslungsreich“, sagt Geitz. „Jeder Tag ist anders. Man hat mit vielen Menschen zu tun, denn wir betreuen auch spezielle Kundeneinzelaufträge oder besonders terminkritische Kundenbedarfe.“

Da geht es schon mal hektisch zu. Auch mit Störungen und Fehlern wie falschen Mengen, schlechter Verpackung oder fehlenden Lieferpapieren muss der Ingenieur umgehen und schnell Lösungen finden. Geitz: „Die Mengen, Qualität und Verpackungen müssen alle MAN-genormt werden.“ Für seine Arbeit ist das integrierte Wissen um die Gesamtzusammenhänge und Abläufe sehr wichtig. Vor allem um Prozesse schneller und effektiver zu gestalten und sparen zu können. Damit beispielsweise eine Tür oder ein Sitz sicher und ohne Defekte in Australien ankommen, müssen sie gegen Korrosion geschützt und sicher verpackt werden. „Wenn das bereits im Einkauf bei Verhandlungen mit den Lieferanten berücksichtigt wird, muss ich meine Vorverpackungsmaschinerie nicht bemühen. Das kann wertvolle Zeit, und Kosten sparen.“

Der operative Teil macht etwa 50 Prozent seiner Arbeit aus. 50 Prozent ist Personalführung. „Dabei geht es zum Beispiel um Weitergabe von Informationen, Fortbildung, laufende Projekte betreuen, zukünftige Strategien entwickeln und um Urlaubsplanung von 130 Mitarbeitern“, sagt Geitz.

Einstieg als Trainee

Normalerweise dauert das Traineeprogramm bei MAN 15 Monate. Neben Projekt-Arbeit stehen dort auch Personalführung, Rhetorik und Weiterbildungen auf dem Programm. Hilfreich für seinen Job, in dem es auch darum geht, Mitarbeiter zu motivieren, seien Praktika und Lebenserfahrung. Geitz begann bereits nach 12 Monaten zunächst in der Produktionslogistik, war zwei Jahre lang Projektingenieur und für die Einführung einer neuen Lager-Software zuständig. „Das war gleich nach der Traineezeit schon ein Sprung ins kalte Wasser.“ Denn Geitz war bereits damals für acht Mitarbeiter zuständig.

Zur Person:  Andreas Geitz ist in München geboren, hat dort Maschinenbau studiert mit Schwerpunkt Produktionstechnik/Logistik. 2003 kam er als Trainee zu MAN für den Bereich Logistik. Ein Jahr lang durchlief der junge Ingenieur außer den logistischen Abteilungen auch das Controlling, Einkauf und lernte viele Abläufe des Nutzfahrzeugherstellers ganzheitlich kennen. „Ich habe auch am Montageband am Lkw geschraubt.“ Es sei wichtig und interessant gewesen, über den Tellerrand seiner Arbeit zu schauen.

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