
Recherchieren, Konzepte entwickeln, sich austauschen – so in etwa sieht der Arbeitsalltag von Sabine Büttner aus. Die Sinnfrage führte bei ihr zu einem Karrierewechsel. In dieser »Mittagspause am Mittwoch« spricht sie darüber, wie ihr der Wechsel von der UX-Beraterin zur Nachhaltigkeitsexpertin gelungen ist und warum sie es genießt, sich heute beruflich Themen zu widmen, die ihr wichtig sind.
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Hallo Sabine, was isst du heute zu Mittag?
Burrata auf gemischtem Salat mit Mango und gefriergetrockneten Himbeeren
Wo und mit wem isst du meistens zu Mittag?
Zuhause, mit meinem Partner, selbst gekocht (häufiger von ihm als von mir)
Vegetarisch, vegan oder Fleisch?
vegetarisch plus Fisch
Espresso Martini oder Virgin Sunrise?
Am liebsten Weißwein. Ich mag’s eher puristisch.
Latte oder Grüner Tee?
Espresso!
Ausgehen oder selber kochen?
Selber kochen, ab und zu auch ausgehen.
Karriere im klassischen Sinne war mir nie wichtig. Entsprechend habe ich meine beruflichen Entscheidungen danach getroffen, was mich interessiert und motiviert. Mir ist klar, dass es ein großes Privileg ist, dies tun zu können.
Sabine Büttner
→ HAUPTGANG
Erzähl uns doch ein wenig von dir, was machst du so?
Seit Anfang des Jahres bin ich Nachhaltigkeitsreferentin in einem Projekt der Uni Köln. Mit Climate Innovation.NRW unterstützen wir Gründungsberater:innen und Start-ups an Hochschulen dabei, Klimaschutz bei Unternehmensgründungen von Anfang an mitzudenken. Zu meinen Aufgaben gehört es, Nachhaltigkeitswissen ins Team zu tragen, Hintergründe zu recherchieren, Beratungsleitfäden und Workshops zu entwickeln. Ich genieße es, mich Themen widmen zu dürfen, die mir wichtig sind.
Und wie bist du dorthin gekommen? Gab es wichtige Scheidewege, verbindende Werte oder Entscheidungen?
Über 10 Jahre lang war ich UX-Beraterin/-Konzepterin, das heißt ich habe Websites und andere digitale Anwendungen konzipiert – als Freelancerin und als Angestellte in einer großen Digitalagentur. Das hat mir immer viel Spaß gemacht, weil ich sowohl meine »erbsenzählerische« – sprich analytische – als auch meine kreative Seite einbringen konnte. Doch dann hat sich die Sinnfrage in den Vordergrund geschoben und einen beruflichen Richtungswechsel angestoßen. (Mit-)Auslöser war der »Tag des guten Lebens«, der 2017 in meinem Kölner Stadtteil stattgefunden hat. Dieser Aktionstag rund um Nachbarschaft und Nachhaltigkeit und vor allem die gemeinschaftliche Vorbereitung darauf haben mich Selbstwirksamkeit spüren lassen. Mit Weiterbildungen, eigenständiger Einarbeitung und sicher auch Glück bei der Jobsuche ist der Wechsel gelungen.
Nimm uns doch einmal mit: Wie sieht ein normaler Arbeitstag für dich aus?
Ich arbeite gerne mit einem digitalen Board, in dem ich meine Aufgaben und Ideen festhalte, ordne und priorisiere. Wenn klar ist, was für den Tag ansteht, mache ich mich ans Werk: Recherchieren, Konzepte entwickeln, Termine vorbereiten, mich mit anderen austauschen – im Büro oder am heimischen Schreibtisch.
Dort, wo du jetzt bist: Wie wichtig ist dir eine Karriere?
Karriere im klassischen Sinne war mir nie wichtig. Entsprechend habe ich meine beruflichen Entscheidungen danach getroffen, was mich interessiert und motiviert. Mir ist klar, dass es ein großes Privileg ist, dies tun zu können.
Was hättest du aus heutiger Sicht gern früher über dein Business gewusst?
Wie stark Nachhaltigkeitsjobs von politischen Richtungsänderungen und gesellschaftlichen Stimmungen abhängen. Ob ich mich anders entschieden hätte? Schwer zu sagen.
Mit Weiterbildungen, eigenständiger Einarbeitung und sicher auch Glück bei der Jobsuche ist der Wechsel gelungen.
Sabine Büttner
→ DESSERT
Und was machst du zum Ausgleich?
Ich spiele Viola da Gamba, ein Streichinstrument der Renaissance- und Barockzeit. Für mich gibt es kaum etwas Beglückenderes als zu musizieren, vor allem gemeinsam mit anderen.
Welchen Job würdest du gern einmal für einen Tag vertesten?
Materialwissenschaftlerin oder Orchestermusikerin
Dein Lieblingspodcast?
Beruflich: Gewinne Zukunft – Nachhaltigkeit erfolgreich umsetzen, zum Einschlafen: Talk ohne Gast
Ein Buch, das dich in letzter Zeit beeindruckt hat oder das du unbedingt noch lesen möchtest?
Sehr beeindruckt hat mich »Die Wut, die bleibt« von Mareike Fallwickl.
Verrätst du uns deinen persönlichen Kraftort, an dem du dir Inspiration holst?
Der Wald, bevorzugt Laubwald.
Wenn du nur ein Gericht für den Rest deines Lebens essen dürftest, welches wäre es?
Jeden Tag dasselbe Gericht klingt nach einer Höllenvorstellung …
Kannst du unseren Leser:innen einen Life- oder Workhack empfehlen?
Den eigenen Interessen folgen – und Listen machen 😊
Hast du ein Guilty Pleasure, mit dem du dir den Arbeitstag oder den Feierabend versüßt?
Da ist nichts, wofür ich mich schuldig fühlen würde.
→ Vielen Dank, liebe Sabine!
In der Rubrik »Mittagspause am Mittwoch« stellen wir regelmäßig Frauen – und auch Männer – vor, die uns inspirieren. Anlass für das Gespräch ist die Mittagspause, die Frau ja sowieso nie allein verbringen sollte ;-) Unser Gast leistet uns also (virtuell) Gesellschaft beim #neverlunchalone.










