
Manuela Heilmann hat das Geschichtenerzählen voll im Griff. In dieser »Mittagspause am Mittwoch« erzählt sie, wie sie Lektorin geworden ist und warum es als Verlegerin wichtig ist, Trends zu verstehen, ihnen aber nicht blind zu folgen.
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Hallo Manuela, was isst du heute zu Mittag?
Jackfruit Tacos.
Wo und mit wem isst du meistens zu Mittag?
Meist zu Hause mit meiner Freundin, Freunden oder allein.
Vegetarisch, vegan oder Fleisch?
Vegan.
Latte oder Grüner Tee?
Chai Latte mit Kokosmilch.
Espresso Martini oder Virgin Sunrise?
Aperol Spritz.
Ausgehen oder selber kochen?
Eigentlich ein Mix aus allen Dreien.
Karriere ist für mich kein Sprint. Mir ist wichtig, dass ich dabei frei bleibe und das, was ich tue, Sinn ergibt.
Manuela Heilmann
→ HAUPTGANG
Erzähl uns doch ein wenig von dir, was machst du so?
Ich bin Lektorin und Verlegerin und begleite Buchprojekte von A-Z.
Ganz lange hätte ich nicht gedacht, dass es mich tatsächlich in diese Richtung verschlägt.
Manuela Heilmann
Und wie bist du dorthin gekommen? Gab es wichtige Scheidewege, verbindende Werte oder Entscheidungen?
Der Klassiker: Seit der Kindheit habe ich Geschichten geschrieben – über einsame Tomaten und durchgeknallte Taschentücher. Auch Grammatik und Rechtschreibung habe ich sehr gemocht. Ganz lange hätte ich aber nicht gedacht, dass es mich tatsächlich in diese Richtung verschlägt. Ich habe Bildungsplanung studiert und als Erlebnispädagogin gearbeitet, bis das Leben mir einen sanften Schubs gegeben hat und ich mich da wiedergefunden habe, wo ich mich jetzt zu Hause fühle.
Liebesromane zu verlegen bedeutet, die Balance zu finden zwischen wirtschaftlichen Realitäten und dem Anspruch, Geschichten zu veröffentlichen, die überraschen und Grenzen erweitern.
Manuela Heilmann
Nimm uns doch einmal mit: Wie sieht ein normaler Arbeitstag für dich aus?
Schwer zu sagen, da gibt’s ganz viel Abwechslung. In der Regel starte ich mit E-Mails und gehe dann ins Lektorat über. Falls Coverbesprechungen, Vertragsschließungen, Manuskriptsichtungen oder sonstiges, was eine Veröffentlichung so angeht, aufkommt, widme ich mich dem. Das Herzstück ist aber das Lektorat von Geschichten.
Dort, wo du jetzt bist: Wie wichtig ist dir eine Karriere?
Das kommt darauf an, wie man Karriere definiert, denke ich. Mir ist wichtig, immer weiter lernen zu können und mich beruflich selbst zu entfalten. Ich hab auf jeden Fall noch einiges vor und liebe es, neue Projekte anzupacken, aber Karriere ist für mich kein Sprint. Mir ist wichtig, dass ich dabei frei bleibe und das, was ich tue, Sinn ergibt.
Was hättest du aus heutiger Sicht gern früher über dein Business gewusst?
Wie herausfordernd es sein kann, Trends zu verstehen, ohne ihnen blind zu folgen. Vor allem Liebesromane zu verlegen bedeutet, die Balance zu finden zwischen wirtschaftlichen Realitäten und dem Anspruch, Geschichten zu veröffentlichen, die überraschen und Grenzen erweitern. Aber genau das macht’s spannend!
→ DESSERT
Und was machst du zum Ausgleich?
Ich mache viel Sport – sei es Badminton, Padel, Fußball, Pilates oder Boxen. Außerdem nähren mich all die schönen Verbindungen in meinem Leben und wenn’s mal »Alone Time« braucht, lese ich ein guten Buch oder schreibe.
Welchen Job würdest du gern einmal für einen Tag vertesten?
Irgendetwas im Filmbusiness. Sei es Drehbuchautorin, Cutterin oder Kamerafrau. Ich wäre bei allem dabei. Das Geschichtenerzählen hat mich wohl in jeglicher Hinsicht im Griff. Alternativ aber auch Schreinerin.
Dein Lieblingspodcast?
Ein Buch, das dich in letzter Zeit beeindruckt hat oder das du unbedingt noch lesen möchtest?
East of Eden von John Steinbeck
Verrätst du uns deinen persönlichen Kraftort, an dem du dir Inspiration holst?
Meine Terrasse mitten in der Natur: Vogelgesang und ganz viel Grün, wohin das Auge blickt.
Wenn du nur ein Gericht für den Rest deines Lebens essen dürftest, welches wäre es?
Irgendeine Art von Buddha-Bowl mit Quinoa – nom.
Kannst du unseren Leser:innen einen Life- oder Workhack empfehlen?
Lifehack: Ein frischer Ingwertee a day keeps just about anything away. Und Mealprep! Macht das Leben und Kochen so viel einfacher. Workhack: Mini-Morgenmeetings mit sich selbst. Dabei kurz in sich hören: Was brauche ich heute, damit mir alles leicht von der Hand geht und was würde ich gern schaffen?
Hast du ein Guilty Pleasure, mit dem du dir den Arbeitstag oder den Feierabend versüßt?
Viele (sehr, sehr viele) kleine Belohnungen … Gotta keep the spirits high!
→ Vielen Dank, liebe Manuela!
In der Rubrik »Mittagspause am Mittwoch« stellen wir regelmäßig Frauen – und auch Männer – vor, die uns inspirieren. Anlass für das Gespräch ist die Mittagspause, die Frau ja sowieso nie allein verbringen sollte ;-) Unser Gast leistet uns also (virtuell) Gesellschaft beim #neverlunchalone.









